Archive for the ‘Politik’ Category

Persilschein gegen Personenschutz

Februar 26th, 2014 | Udo

Mit so viel Selbstvertrauen ist allenfalls seine ehemalige Supermacht ausgestattet: Will die durch die USA erst ein- und dann durchgesetzte Regierung sich nicht dazu durchringen, durchdrehenden Amerikanern in Uniform einen strafrechtlichen Persilschein auszustellen, werden die abgezogen, so und nicht anders kann man »Besatzung nur gegen Straffreiheit lesen. In der Vergangenheit machten amerikanische Soldaten vor allem per halbwegs gezielter Tötung per Drohne, durch Misshandlung von Verdächtigen in Abu Greib, Amokläufe en mass, meist afghanische Zivilisten zum Opfer habend, durch Umgraben des halben Hindukusch per Clusterbomben usw. usf. von sich Reden. Damit all die Tötungen im “Krieg gegen den Terror” nicht auch noch zivil- und strafrechtliche Konsequenzen hat, will Obama vom afghanischen Präsidenten Karsai, der es unter amerikanischer Aufsicht grad so vermochte in der Hauptstadt zu überleben, also nun Straffreiheit für alle potenziellen amerikanischen Streitkräfte, egal ob die auf Befehl und legal handeln oder willkürlich und im Blutrausch mit Kollegen killen. Ich finde: Change und Forward sehen anders aus.

Angora

Februar 16th, 2014 | Udo

90 Prozent der weltweit gewonnenen Angorawolle kommt aus China, das der zugrunde liegende Fell steuern Hasen bei. Das folgende Video zeigt verschiedene Szenen der Prozedur, jede für sich nichts für schwache Nerven und alles in allem mehr als Tierquälerei.

Wenn man sich die Stellungnahme des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels1 so anhört kann einem Angst und Bange werden, der sagt nämlich das »für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren (sei, da d) ie meisten Händler (…) kaum einen Überblick darüber haben, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten«, Da man bei Produktion aus chinesischer Produktion generell vorsichtig mit Inhaltsstoffen sein sollte, könnte man auch schlicht und einfach sagen: Finger weg von Kleidung die in China produziert wurde, denn ob dafür Tiere gequält werden, Chemikalien beigemischt oder Menschenrechte ignoriert weiß man im Zweifelsfall nicht.

Anstatt durch den Kauf von Angora diese Tierquälerei mit zu finanzieren können sie neben den Verzicht darauf die Organisation Peta finanziell bei dieser Kampagne unterstützen.

  1. kurz: BTE, in Persona: Sprecher Axel Augustin []

Das laufende Verfahren, Rufmord und die Folgen für Sebastian Edathy

Februar 11th, 2014 | Udo

Freitag gab Sebastian Edathy sein Mandat überraschend und aus gesundheitlichen Gründen auf, “Samstag” behauptet “Die Harke”, ein Blättchen aus der Provinz. Was ein bedauerlicher Verlust für den Bundestag wäre, entwickelt sich für Sebastian Edathy, “um den es still seither wurde” zu einem Albtraum. Man fragt sich natürlich, was zwischen dem Rücktritt vom Mandat am Freitag, der Bekanntgabe dessen am Samstag und dem Artikel vom Montag noch hätte passieren müssen, um die Behauptung, es sei ruhig um Edathy geworden entgegen zu wirken. Aber das ist eine nebensächliche Frage, viel wesentlicher ist die: Was hatte die Presse auf dem Privatgelände von Herrn Edathy zu suchen? Das die Presse bei der Durchsuchung privaten Wohnung ehemaliger Mitglieder des Bundestages und deren Abgeordnetenbüros zugegen ist, ist schon mal befremdlich. Noch schlimmer: Das die zuständige Pressesprecherin und Staatsanwältin in der Sache sagt das sie zugleich der veröffentlichten Meinung keine Auskunft geben dürfe, weil ihr Chef nicht erreichbar sei. Es ist unwahrscheinlich das Staatsanwaltschaft oder Polizei von den Aufnahmen nichts mitbekommen haben, wird in der Bildunterschrift aus den privaten Räumlichkeiten von Herrn Edathy sogar erwähnt, das die im Bild zu sehende Person ein Polizist sei. Doch es kommt natürlich noch schlimmer.

Mit Bildern aus dem worauf nicht einmal die Polizei mit ihren Trojanern formal zugreifen dürfte, macht die Lokalzeitung “Die Harke” gerade Auflage, also auch Kasse. Auf der Titelseite, Titelseite füllend. Mit den Worten „dann mit Schwung drauf“ wird “aus Kreisen der Landes-SPD” zitiert, die am Abend des selben Montag tagte. Und mit dem selben Duktus ist der restliche Artikel verfasst und lässt es weder an Unkenntnis journalistischen Gepflogenheiten noch an Meinung mangeln. Zweifel wird auch nicht am Verdacht gelassen, selbst wenn sich die ansonsten nicht sehr öffentlichkeitsscheuen Staatsanwaltschaften immerhin mit Vorverurteilungen zurück hält, wird doch daran wonach man auf der Suche war seitens “Die Harke” keinen Zweifel gelassen, indem man mit großen Genuss Funktionen der einzelnen befragten Personen bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft aufzählt:

  • »Oberstaatsanwalt Thomas Klinge erklärte (..) er sei nicht befugt, etwas über die Ermittlungsgründe zu sagen. Klinge leitet die Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltdarstellender, pornographischer oder sonst jugendgefährdender Schriften.«
  • Da auch bei der Polizei nichts zu laufenden Verfahren preis gegeben würde, reichert Die Harke die Geschichte mit einem pikanten Detail an: »Der Beamte in Rehburg seines Fachkommissariats I ermittelt auch in Sachen Sexualdelikte.«
  • Die auch von anderen Medien zitierte Staatsanwältin Kathrin Söfker
    hat nur zwei Schwerpunkte, und das Herr Edathy massenhaft Atommüll verklappt hat ist unwahrscheinlich. Es bleibt: sexuelle Gewalt.

Fasse zusammen: Das Blättchen “Die Harke” selbst lässt zwischen den Zeilen wenig Platz. Es ist direkt und indirekt die Schreibe vom Vorwurf des “Besitzes kinderpornografischen Materials”1, von “pornographischer Schrift”, “Sexualdelikten”, “sexueller Gewalt”. Es kommt aber zu keinem Zeitpunkt dazu das sich der Verfasser dabei ertappt fühlen müsste, Herrn Edathy den Vorwurf selbst zu machen.

Generell ging es mit dem Verfasser ziemlich durch. Verschiedene Indizien hierfür sind folgende Formulierungen:

  • “Es laufen Ermittlungen.”, aber “Es gelte die Unschuldsvermutung, hieß es aus Kreisen der Landes-SPD.” Nett, Edathy selbst reagierte darauf, in dem er die selbe Formulierung verwendete, als er deswegen bekannt gab das er Strafanzeige erstattet habe.
  • Und als ob das etwas ungewöhnliches sei wird erwähnt “gleichzeitig .. tauchten Beamte (im Abgeordnetenbüro) auf”. Natürlich wird in solche Fällen nicht nur die Wohnung, sondern auch das Büro durchsucht. Es ist ungefähr so sinnvoll zu erwähnen das man nicht nur in die obere, sondern auch in die untere Schublade des Schreibtisch gesehen hätte. Aber wie gleich erwähnt wird bei der Presse ja pro Zeile bezahlt, Fülltext, pHrasen und Phantasie folglich besonders belohnt.
  • Edathy ließ die Öffentlichkeit von seinem Rücktritt “mit dürren Worten wissen”, so als wären wortreiche Beiträge wie der vorliegende der Sache dienlicher.
  • Der “federführende Staatsanwalt mauert”, der “Oberstaatsanwalt ist nicht befugt”, die Pressesprecherin “schwieg”, weil “ihr Behördenleiter nicht erreichbar sei”2, der verantwortliche Polizist “muss sich bedeckt halten”, die Vorsitzende des Unterbezirks “lehnte jeden weiteren Kommentar ab”. Das alles sind dicht aufeinander folgende Zitate aus dem Artikel, die man auch in einem kurzen Satz hätte wiedergeben können, die hier aber Absätze einnehmen.
  • Das es “größerer Vorermittlungen bedarf” wird erwähnt, um zu belegen und zu beruhigen das Staatsanwaltschaft, Polizei, und nicht zuletzt Presse erst bei wirklich “brisanten” und stichhaltigen Vorwürfen den Schutz der Wohnung besudeln dürfen, und es scheint als wollte man damit die Öffentlichkeit beruhigen, den Leser in dem Fall, der sich schon von derlei Hausdurchsuchungen bedroht und zu Selbstanzeigen und der Vernichtung von Beweismitteln genötigt fühlt.
  • Welche »Medien spekulieren über Burn-Out.«? Verdächtige hätte ich da jedenfalls. Mit der im Kontext stehenden Behauptung jedenfalls, er sei davon enttäuscht gewesen trotz seines Engagement in den letzten 15 Jahren auch bei der letzten Kabinettsbildung nicht berücksichtigt worden zu sein, wird schon klar woher die Vorwürfe kommen, die hier so dankbar aufgegriffen wurden.

Es wirkt alles in allem so als würde extrem viel Dreck geworfen, damit am Ende wenigstens etwas hängen bleibt. Und so lang sich niemand zu “laufenden Verfahren” äußern will sind Spekulationen an der Tagesordnung. Sebastian Edathy nimmt in Echtzeit über ein soziales Netzwerk zu den Vorwürfen Stellung, früher hätten die Medien ihren Fragezeichenjournalismus bis zur Gegendarstellung fortführen können. Oder mit anderen Worten: Das stinkt zum Himmel. Sebastian Edathy hat sich als NSU-Ausschussvorsitzender im Bundestag gegen die Sicherheitsorgane des Staates gestellt. Er hat über Monate hinweg Staatsanwaltschaften, Bundes- und Länderpolizeien und -verfassungsschutzämter an den Pranger gestellt. Es war nur eine Frage der Zeit bis sich jemand bemüssigt fühlt ihm das mit gleicher Münze heim zu zahlen. Mit der Aufgabe seiner Immunität am vergangenen Freitag hat Edathy denjenigen Tür und Tor geöffnet, die sie am Montag ganz ohne dringenden Grund aufgebrochen haben. Und schlimmer noch: Mit dem Vorwurf der kinderpornographische Schriften erhebt der Staat und die veröffentlichte Meinung einen, der gleichzeitig eines der wichtigsten der rechten Szene ist, die mit Slogans wie “Todesstrafe für Kinderschänder” das emotional besetzte Thema abfischt. Sebastian Edathy ist gut beraten diese Gefährdungslage nicht zu vernachlässigen, im für ihn schlimmsten Fall bedarf es wegen haltloser Vorwürfe eines 24/7 Polizeischutz seiner Person.

  1. “aus Kreisen der Landes-SPD” []
  2. während allerdings eine solche Geschichte ausgerollt wird eher unwahrscheinlich, es darf eine Schutzbhauptung angenommen werden []

Marius, eine dänische Giraffe, getötet im Zoo Kopenhagen im Namen des Artenschutz

Februar 9th, 2014 | Udo

Wieder ein Fall aus der Reihe “Tierschutz durch Tötung”, dieses Mal das Opfer: Marius, eine dänische Giraffe, getötet im Zoo Kopenhagen im Namen des Artenschutz. Das im Zoo viele Tiere sterben, deren Zeit normalerweise nicht vorüber wäre, ist nicht ungewöhnlich. Das eine Giraffe in einem Zoo, vor Publikum und der Kadaver im Anschluss an Raubtiere verfüttert wird schon1. Mir scheint sich allerdings die Debatte eher daran zu entzünden, das die Hinrichtung öffentlich stattfand, das ein gesundes Tier getötet wurde und das seine Überreste anderen Tieren zum Fraß vorgeworfen wurde. Das ist zwar auch ziemlich erschreckend. Dennoch glaube ich das, wenn man sich auf die Tötung einzelner, gezüchteter und in Gefangenschaft lebender Tiere konzentriert, der Massentierhaltung, der alltäglichen Jagd in unseren Breitengraden und der Ausrottung ganzer Spezies Tag für Tag nicht mehr den nötigen Raum für Empörung lässt.

Das ganze Bild der Maschinerie massenhafter Tötungen scheint mir sehr verzerrt. Und das nicht allein in Bezug auf Zoos, aber auch dort: Ob jetzt, wie in »Wir kaufen einen Zoo« die mögliche Liquidierung der Tiere als worst case scenario aber halbwegs realitätsnah in Aussicht gestellt wird, oder wie in anderen Filmen, die im Zoo und im Zirkus gedreht oder spielend animiert wurden: Die dramatische Geschichte mündet im Happy Ending, die ohnehin eher zurückhaltend gegängelten oder harmlos überzeichnet gequälten Tiere führen in der Mehrzahl im Anschluss an ihre 90+/- Minuten artwidriger Haltung ein anständiges Leben. So können die Eltern mit ihren Kindern nach Hause gehen ohne das sie verstört sind. Sie bringen ihren Kindern allerdings auch bei: Den Tieren geht es gar nicht so schlecht in ihrem Schicksal. Im schlimmsten Fall erwecken die Filme ja den Eindruck, die Tiere führten ein selbstbestimmtes oder gar zufriedenes Leben. In jedem Fall werden die Tiere als Individuen dargestellt, ihre Schicksale als Einzelfälle.

Als im letzten Jahr ein Video bekannt wurde, das einen Zirkusdirektor mit seiner Elefantendame beim Baden in einem See (oder ehrlicherweise: bei Tierquälerei) zusehen konnte, ging ein Ruck durch die deutsche Medienlandschaft. So kurz vor Weihnachten durfte das Bild, das so gern vom Zirkus mit seinen großen Artisten und kleinen Zoos gezeichnet wird, nicht getrübt werden und alle Medien bewerteten in vorauseilendem Gehorsam davon was auf dem Video zu sehen sei und warum der Protagonist, der ein bekannter Einzelfall sei, nun blühe.

Oder der für Artenschutz zuständige Amtslei(t,d)er im thüringischen Umweltministerium, der zu einer Konferenz zum Artenschutz aufbrach um sich nur ein paar Kilometer weiter vor einem soeben erlegten Leichnam eines Elefanten fotografieren zu lassen. Ob der Beamte dort auf Kosten seiner staatlichen Kostenstelle aufbrach oder nicht ist nicht gesichert, der zuständige Pressesprecher verkündigte noch bei Bekanntwerden reflexartig, das er sich nicht darum kümmere was die Kollegen in ihrer Freizeit machen. Der zeitliche Zusammenhang zu besagter Konferenz legte aber den begründeten Verdacht nah, das der Elefantenschützer und -jäger die Liquidierung seiner Schutzbefohlenen auch noch auf Staatskosten finanzierte. Wenig später nämlich, der Aufruhr hatte sich nicht wie erhofft gelegt, verkündete dann nicht mehr nur irgend ein Pressesprecher sonder der Minister: Strafversetzung des Beamten. Auch wieder ein Einzelfall, der mit der Versetzung, dem höchsten Strafmaß für beamtete Nichtsnutze geheilt sei.

Aber es sind keine Einzelfälle, sie sind systemisch. Und wenn es auch für die fehlende oder Doppelmoral kein Heilmittel gibt: ein Zirkus und ein Zoo kann verboten werden, dienen sie doch der Unterhaltung oder höchstens der Bildung durch Anschauung. Viel wichtiger ist der dritte und schon angedeutete Fall von Tierquälerei, der wir uns alle entziehen, teils indem wir nichts davon wissen wollen oder auf andere Lebensmittel ausweichen, sobald Skandale eine Tierart kurze Zeit für den Verzehr unmöglich machen: Ich schreibe von der Fleischeslust. Der Konsum von Fleisch war noch nie so ausgeprägt wie zu dieser Zeit. Und je mehr fertig zubereitet auf den Tisch kommt, umso entkoppelter ist der Mensch von der Produktion. Und kein Produktionsprozess erzeugt so viel Leid wie der von Fleisch, auch wenn die Fleischlobby zur Zeit viel Geld investiert das Gegenteil zu behaupten.

Der so stattgefundenen Entkopplung der Gesellschaft von den Prozessen sollte man beikommen, indem man die Gesellschaft an die Prozesse heranführt. Das kann freiwillige und über ökologischen Landbau geschehen, aber seien wir ehrlich: 1. Deutschland und Europa steht vor einem nie dagewesenen Wirtschaftskollaps, die Menschen werden nicht mehr sondern weniger Geld zur Verfügung haben um sich zu versorgen, und Biofleisch kostet eine Menge Geld. 2. sind freiwillige Angebote so gefragt wie kostenlose, nämlich höchstens dann wenn ein Mehrwert für den Rezipienten heraus springt. Wer Verständnis für die Produktionsprozesse erzeugten will, und nicht nur zum kurzfristigen Nachdenken über Massentierhaltung anregen, wer beim Konsumenten maßvollen Umgang mit einer lebenden Resource erwarten will, der muss sich damit abfinden das er den Konsumenten dem Prozess selbst zuführen muss. Analog zu den bevorstehenden Warnungen vor Raucherkrebs und wie im Nachgang zu apothekenpflichtigen Medikamenten würde ich Werbung für tierische Produkte mit Hinweisen zum Schicksal der dahinter stehenden Wirbeltiere versehen. Und zwar realistisch. Schüler würde ich, ab einem Altern in dem ihnen das zuzumuten ist, in die fleisch verarbeitende Industrie, so wie es üblich ist einen Zoo oder Ausbildungsbetriebe zu besuchen: als Anschauungsunterricht. Man kann nicht erwarten das jemand ein realistisches Gefühl für Tiere entwickelt, die für seinen Hunger sterben müssen, wenn die einzige Berührung mit Tieren Haustiere sind die Eltern irgendwann still und heimlich im Klo entsorgen, oder destrukturiert als Scheibe eines Burger oder Teil eines “Döner nur mit Fleisch”.

  1. Sekundärquellen Spiegel Online, Daily Mail []

Menschenrechte und der demokratische Geist in den USA im neuen Jahrtausend

September 30th, 2013 | Udo

Change, mit diesem Anspruch trat Obama an, doch nichts hat sich geändert. Der demokratische Geist der USA ist längst ausgetrieben worden, als sie ihn dem Rest der Welt mit Gewalt einbläuen wollten. Ob gegen Nationalsozialisten oder im Kalten Krieg: In beiden Fällen waren die USA noch gern noch gern gesehen, so lang es einen Gegner gab. Inzwischen fehlt der aber längst, und wurde durch Terroristen ersetzt. An Stelle von Kriegshandlungen sind asymmetrische Attentate getreten, die mit Drohnen und von über den ganzen Globus verteilten Standorte ausgeübt werden.

Wie der militärisch-industrielle Komplex denkt wird in einem Interview mit Edward Luttwark, Berater im US-Verteidigungsministerium, klar. Der äußert sich vor laufender Kamera über einen im italienischen Vicenza neu errichteten Stütztpunkt wenig zweideutig: Die 95% der über 110.000 Einwohner von Vicenza sind eigentlich nur ein “Haufen” “wertloser”, “dreckiger” “Kommunisten” und “Nichtstuer”.

Vicenza schert mich überhaupt nicht. In Vicenza leben 4 Leute, 3 davon älter als 90. Vicenza ist keine Militärbasis. Sie produziert weder Rauch noch Lärm, und Flugzeuge landen da auch nicht. Wer sich über Vicenza beschwert*, ist meiner Meinung nach ein dreckiger Kommunist. Warum? Weil die italienische Regierung, die Region, die Behörden sich dafür entschieden haben. Die regen sich da künstlich auf, dabei ist alles völlig harmlos. Unsere Soldaten sind wie Touristen. Sie haben weder Panzer noch Hubschrauber, sie stürzen nicht mit Flugzeugen über deinem Haus ab. Das ist pure Ideologie und reine Verweigerungshaltung von einem Haufen wertloser Nichtstuer.”

Die auf zdfinfo ausgestrahlte Dokumentation “Standing Army: Die geheime Strategie der US-Militärbasen”, in dem das Interview gezeigt wird, stammt aus dem Jahr 2012 und ist daher aufgrund der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen nach 7 Tagen von den Websites der Öffentlich-Rechtlichen getilgt worden, aber von einer Suchmaschine eures Vertrauens auffindbar.

Putenfleischproduktion unreguliert, Dank an Ilse Aigner und ihre CSU

September 10th, 2013 | Udo

Für die keinerlei spezieller rechtlicher Regelungen unterworfene Putenfleischproduktion scheint mit Bundesverbraucherschmutzministerin Ilse Aigner (CSU) ein Traum in Erfüllung gegangen zu sein: Weitere vier Jahre unbehelligt von Mindeststandards für einen halbwegs anständigen Umgang mit den Tieren sind vorüber, und mit wenig Glück gelingt es Ilse Aigner auch weitere vier Jahre in Berlin zu installieren, mit den entsprechenden Vorzügen für die “betroffenen” Unternehmen und den Nachteilen für die in 9 von 10 Fällen in Ställen mit 10.000 Artgenossen gefangenen Tieren. Nach rund 20 Wochen Mast unter teils atemraubenden Bedingungen und brutalst möglichen Behandlung haben Puten aus Massentierhaltung sich spätestens überlebt und werden ihrer Verwertung zugeführt: Was bis dahin nicht vernichtet wurde, was bei einer planmäßigen Ausfallquote von etwa 10 Prozent 1 Millionen vorzeitig an den hygienischen Zuständen bei der Haltung oder Handhabung durch das unqualifizierte Personal nicht selten vorkommt, wird erst auf kleinsten Raum gepfercht und dann lebend, kopfüber aufgehängt ermordet um schließlich als Putenschnitzel und Putenwürstchen, Pute als Aufschnitt oder Puten-Schinken im Discounter und Supermärkten in den Kühltruhen zu landen.

Gutten Appetit.

In der Wahlarena dem Stimmvieh zum Frass vorgeworfen

September 10th, 2013 | Udo

Merkel begreift sie alle als Stimmvieh, sie hat keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit in Deutschland anno 2013. Dieses Fazit ist nicht wohlmeinend, aber realistisch. Gestern traf die Kanzlerin auf Menschen wie sie und mich, mit einem Unterschied: Weder das BKA noch ihre CDU haben die Gäste im Vorfeld handverlesen, sondern Meinungsforscher mit Hilfe des Zufalls und repräsentativer Statistik. Und dann kommt es zu so unschönen weil Menschen unwürdigen Feststellungen:

»Als ein Arbeiter aus Leipzig ihr erzählt, dass er seit zehn Jahren ununterbrochen bei einem Automobilzulieferer in Leiharbeit beschäftigt ist (…) weiß Merkel auch nicht, was sie sagen soll. Auf 30 bis 40 Stammbeschäftigte kämen 500 Leiharbeiter, berichtet der Mann von seinem Betrieb.« (Quelle: Zeit online)

Und da muss man sich doch als Otto Normalverbraucher fragen, wie viel Lebenswirklichkeit bei der seit 8 Jahren regierenden Kanzlerin ankommt, die selbst mit Unterbrechung seit 16 Jahren dem Bundeskabinett angehört und also seit Jahrzehnten zehntausende einstreicht um über die Runden zu kommen. Hier wurde eklatant offenbart, wie viel von der geschauspielerten Menschlichkeit und ökonomischem Sachverstand wirklich drin steckt in der Kanzlerin: 0. Das bestätigt auch eine gerade veröffentlichte Zahl, derer nach dieses amtierende Bundesregierung allein 1 Milliarde Euro für Beraterverträge ausgegeben hat, weil ihr der eigene Sachverstand fehlt. All das lässt tief blicken, es zeugt doch davon wie tief die Kanzlerin und ihr begnadetes Horrorkabinett gesunken sind um sich die Macht zu erhalten.

Merkels Wahlwerbespott: angemacht, ausgelacht.

August 24th, 2013 | Udo

Wem es beim Anblick der Merkel noch nicht hoch kommt, sollte spätestens dann seine Körperfunktionen prüfen lassen, wenn er bei Verabreichung des Wahlwerbespot der CDU mit Angie in der Hauptrolle noch alles bei sich behält: Es könnte sein das die körpereigenen Abwehrkräfte durch allerlei Placebo und falsche Pharmazie der schwarzgelben Gesundheitspolitik schon derart geschädigt sind, das ihr am Ende am 22. September zu Hause bleibt oder selbigen also die Falschen wählt. Zum Glück gibt es eine Verpackunsbeilage Dritter, mit dem das Angelazäpfchen verabreicht werden kann ohne Folgeschäden davon zu tragen, und mit dem die Lachmuskeln sogar noch trainiert werden:

via

The post-”The Washington Post”-era

August 6th, 2013 | Udo

Washington Post sold Headline

Aus gegebenem Anlass verweist man auf historische Ausgaben, beispielsweise zu der Zwei Wort Headline “Nixon Resigns”, Nixon tritt zurück. “Obama Resigns” werden wir niemals auf dem Cover der Washington Post lesen. Nicht weil es nicht angemessen wäre, da die Enthüllungen von Snowden und all das weitere Versagen der Administration Obama ein Vielfaches schlimmer sind als weswegen Nixon damals zurücktrat. Und nicht weil der neue Eigner sich nicht über solche sich im Abverkauf niederschlagende Schlagzeilen freuen würde. Und schon gar nicht weil die Medien in den USA von der selben Administration gleichgeschaltet würden. Nein, weil sich die dortige wie die hiesige landesweite Presse weitgehend überflüssig gemacht hat: Gerade weil Obama trotz der wirtschaftlichen Liquidierung von Detroit, trotz Tot bringender Drohnenkriege auf dem ganzen Erdball, unter Zwang ernährter Insassen im längst geschlossen gelaubten rechtsstaatlichen Niemandsland Guantanamo, 1984 weit übertreffendem PRISM, etc., etc., etc. noch so fest im Sattel sitzt wie Lucky Luke am Ende eines jeden Films. Obama liest noch ein zwei dirty talk SMS von Merkel an ihren Göttergatten und reitet locker zurückgelehnt in den Sonnenuntergang. Von der hat er ebenso wenig zu fürchten wie vor der Washington Post der letzten zehn-15 Jahre. Wenn der neue Eigner es richtig anstellen würde, könnte The post-”The Washington Post”-era den Neustart der Branche bedeuten. Allein mir fehlt der Glaube das ein Blatt, das von Whistleblowern profitiert und sie trotzdem in Grund und Boden schreibt, von einem Besitzer dessen Technologieunternehmen WikiLeaks kurzerhand abzuschalten versuchte wieder als Korrektiv der Administration der USA in eine neue Ära des investigativen Journalismus geführt wird. Vielmehr steht zu befürchten das dies wie der Ausverkauf des hiesigen Blätterwaldes nur dessen Ende einläutet.

Unentschiedene und unbedingte Unionisten

August 3rd, 2013 | Udo

Im Deutschland-Trend gibt es drei sichere Indikatoren dafür, das die Bundestagswahl 2013 noch nicht entschieden ist: 1. Wir wählen keine_n Kanzler_in, aber nur die ist die verantwortlich für die guten Umfrageergebnisse von CDU und CSU. Merkel hat aber schon durchblicken lassen, das diese ihre letzte Wahlperiode sein würde. Allein bei welchem internationalen Verbündeten sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt in ein lukratives Angebot steht scheinbar noch nicht fest. 2. Sind nur 19% unbedingte Unionisten. Sie würden sogar CDU und CSU wählen, wenn sie die einen Apparat vergleichbar mit dem der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik wieder installieren, denn sie “glauben” der Kanzlerin wider besserer Informationslage ihre Versicherung “von Prism erst aus den Zeitungen erfahren” zu haben. 3. Viel zu viele Deutsche – darunter viele Anhänger von Adenauers-Erbe – sehnen sich einen “starken Führer” herbei und/oder sind Anhänger der Monarchien im europäischen Raum. Merkel als Sissi, die letzte Kaiserin? Mag sich zwar keiner vorstellen, aber allein diese rückwärtsgewandte, antidemokratische Tendenz heute noch, anno 2013 in einer parlamentarischen Demokratie eines Landes mit so finsterer Vergangenheit vorzufinden, noch zumal in wirtschaftlich so prekären Zeiten, bei gleichzeitig vorgeblicher (Selbst-)Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation und Zustimmung für die restriktive bis desaströse antieuropäische Sparpolitik der Kanzlerin sollte jedem Friedensfreund zu denken geben. Behaupte: Diese unbedingten Unionisten würden sogar regungslos zusehen bis frenetisch jubeln, würden die Nachfolger der Zentrum-Partei das politische geeinte Europa endgültig destabilisieren, indem sie weiter einen Staat nach dem anderen an den Pranger stellen und ökonomisch ausbluten lassen. Das Deutschland nur eingebettet in Europa eine wirtschaftliche Zukunft nahezu auf Augenhöhe mit dem neuen Global Playern hat, vernachlässigen die meisten Mitmenschen in ihrem Betrachtungen nur zu gern ob ihrer gegenwärtig selbst aufgefasst guten wirtschaftlichen Situation.