Noam Chomsky: “USA is one of the leading terrorist states in the world”

April 15th, 2014 | Udo

In einem Interview mit PressTV wendet der amerikanische Akademiker Noam Chomsky die Definition von Terrorismus auf die vergangenen zehn Jahre des »Krieg gegen den Terrorismus« an und kommt zu dem Schluss: Die USA ist eine der führenden Terrorstaaten in der Welt1.

In dem Zusammenschnitt das dem Video des Interview voran geht werden Bilder gezeigt die mich an die Eröffnung des Feldzug gegen den Irak erinnert haben, dem sich Bundeskanzler Gerhard Schröder damals verweigerte. Gerade die live in alle Welt übertragenen Bilder der Bombenangriffe auf die Paläste von Saddam Hussein haben sich mir in der schlaflosen Nacht ebenso ins Hirn gebrannt wie der in die Politik zurück kehrende Anstand und der Mut diesem Krieg nicht auch noch die ansonsten “uneingeschränkte Solidarität” zu verweigern. Angela Merkel und Roland Koch waren seinerzeit bis ins Oval Office gekommen und an “George WW III Bush” vorgedrungen, was Oppositions- und Provinzpolitiker eher selten gelingt und als Botschaft an das “Alte Europa” gedacht war: “Seht her, eure Staatsoberhäupter ziehen den Schwanz ein, wir haben hier schon ein paar neue Führer für euch.” Angela Merkel hat es ja dann tatsächlich geschafft und selbst Roland Koch konnte sich trotz zahlreicher selbst verabreichter ehr abschneidender Skandale geschafft sich die Mehrheit der konservativen Hessen Untertan zu machen.

Was mich zu zweierlei führt:

Um seine Meinung zu vertreten sind in westlichen Demokratien kaum noch Kanäle offen, und wenn man sie vertritt, muss man schon stahlharte Eier haben, wie Noam Chomsky, dessen Leben durch die Kritik aus den USA an den USA sicherlich nicht sicherer geworden ist.
Und einen deutschen Intellektuellen, wie Noam Chomsky gibt es nicht, jedenfalls fiele mir keiner ein der sich der Kriegstreiberei der politischen Führung entgegensetzt.

Immerhin hat Sigmar Gabriel auf den erheblichen öffentlichen Druck, der eher aus der Breite als von einer Spitze kommt, heute reagiert und eine neue Lieferung Kampfpanzer an einen der wichtigsten Verbündeten der USA, Saudi Arabien nämlich unterbunden. Vermutlich werden die jetzt an die USA und von dort aus an Saudi Arabien geliefert, was den von Sigmar Gabriel gepredigten Wein in der Rüstungsdebatte schon sehr verwässern würde. Und zeigt das er weder das Ehrempfinden noch den Mut hat sich Merkel oder gar Obama entgegen zu stellen oder etwa zu seinen Zusagen zu stehen.

  1. “United States is one of the leading terrorist states in the world” []

Bubble P0rn

April 12th, 2014 | Udo

Sex sells, selbst so tun als ob :)

(via)

Persilschein gegen Personenschutz

Februar 26th, 2014 | Udo

Mit so viel Selbstvertrauen ist allenfalls seine ehemalige Supermacht ausgestattet: Will die durch die USA erst ein- und dann durchgesetzte Regierung sich nicht dazu durchringen, durchdrehenden Amerikanern in Uniform einen strafrechtlichen Persilschein auszustellen, werden die abgezogen, so und nicht anders kann man »Besatzung nur gegen Straffreiheit lesen. In der Vergangenheit machten amerikanische Soldaten vor allem per halbwegs gezielter Tötung per Drohne, durch Misshandlung von Verdächtigen in Abu Greib, Amokläufe en mass, meist afghanische Zivilisten zum Opfer habend, durch Umgraben des halben Hindukusch per Clusterbomben usw. usf. von sich Reden. Damit all die Tötungen im “Krieg gegen den Terror” nicht auch noch zivil- und strafrechtliche Konsequenzen hat, will Obama vom afghanischen Präsidenten Karsai, der es unter amerikanischer Aufsicht grad so vermochte in der Hauptstadt zu überleben, also nun Straffreiheit für alle potenziellen amerikanischen Streitkräfte, egal ob die auf Befehl und legal handeln oder willkürlich und im Blutrausch mit Kollegen killen. Ich finde: Change und Forward sehen anders aus.

Du oder Sie Wichser? Für dich immer noch: Sie, Wichser!

Februar 21st, 2014 | Udo

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Die deutsche Trennung des förmlich-respektvollen Sie vom Du kennen die meisten anderen Sprachen gar nicht. Klar, schließlich transportiert eine Anrede oder ein Grußwort trotz der schönsten Worte oft trotzdem genug Häme, Spott und Missbiligung das man so Fetzen gar nicht braucht. Der junge Mann im folgenden Video wollte deshalb wohl sichergestellt wissen, das die Beamtenbeleidigung seinerseits auch ankommt:

Quelle: Fefes Blog

Fuck you, WEB.De-Mail!

Februar 18th, 2014 | Udo

Mit einer E-Mail wie der folgenden verbreitete der so genannte WEB.DE Service Angst und Schrecken:

WP_004766

Da heißt es schon im Betreff alarmierend “Achtung: Sie sind nicht erreichbar!”, und weiter im Text: “(E)s besteht Ihrerseits Handlungsbedarf”, was natürlich nicht stimmt, aber die schon geweckte Angst nochmals verstärkt. Man sei »per De-Mail derzeit nicht erreichbar!« wird wiederholt und mit Ausrufezeichen und mit Hervorhebung von nicht betont. Der kurzfristige Entschärfung des Zustands (“könnten”) folgt die dramaturgisch hervorragend platzierten Absender, schließlich will niemand etwas von der Deutschen Rentenversicherung oder der eigenen Bank verpassen. Und schließlich setzen die Autoren Wissen und Kenntnisse voraus, die ich nicht einmal den handverlesenen Nutzern von De-Mail unterstelle, die auf solche an Nötigung grenzende, mit ziemlicher Sicherheit aber Wettbewerbsrecht tangierende werbliche Sendungen bereits hereingefallen sind.

Wer nicht weiß, was De-Mail ist, was das soll und warum man tunlichst die Finger davon lassen sollte, der sollte den Wikipedia-Artikel zu De-Mail lesen. Und an WEB.DE, für derlei Frechheit: Fuck you!

Yahoo, Irland!

Februar 16th, 2014 | Udo

Yahoo schrieb mir neulich, man zöge um, nach Irland.

Wir möchten Sie hiermit darüber informieren, dass wir als Folge einer Umstrukturierung unserer europäischen Konzerngesellschaften unsere Online-Dienste ab dem 21. März 2014 von einer einzigen europäischen Gesellschaft anbieten werden, deren Sitz in Irland ist.

Da die 100 Tage währende Schonfrist für unsere neue Bundesregierung – mal ganz abgesehen von der unserer untätigen Kanzlerin – abläuft, bin ich schon gespannt wie die schwarzrote Große Koalition Google, Yahoo und Co. ihre Steuer optimierten irischen Firmensitze abringen will, wenn sie nicht mal im Sinn von 80% der 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger in den 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gegen Genmais abzustimmen in der Lage ist.

Angora

Februar 16th, 2014 | Udo

90 Prozent der weltweit gewonnenen Angorawolle kommt aus China, das der zugrunde liegende Fell steuern Hasen bei. Das folgende Video zeigt verschiedene Szenen der Prozedur, jede für sich nichts für schwache Nerven und alles in allem mehr als Tierquälerei.

Wenn man sich die Stellungnahme des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels1 so anhört kann einem Angst und Bange werden, der sagt nämlich das »für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren (sei, da d) ie meisten Händler (…) kaum einen Überblick darüber haben, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten«, Da man bei Produktion aus chinesischer Produktion generell vorsichtig mit Inhaltsstoffen sein sollte, könnte man auch schlicht und einfach sagen: Finger weg von Kleidung die in China produziert wurde, denn ob dafür Tiere gequält werden, Chemikalien beigemischt oder Menschenrechte ignoriert weiß man im Zweifelsfall nicht.

Anstatt durch den Kauf von Angora diese Tierquälerei mit zu finanzieren können sie neben den Verzicht darauf die Organisation Peta finanziell bei dieser Kampagne unterstützen.

  1. kurz: BTE, in Persona: Sprecher Axel Augustin []

Das laufende Verfahren, Rufmord und die Folgen für Sebastian Edathy

Februar 11th, 2014 | Udo

Freitag gab Sebastian Edathy sein Mandat überraschend und aus gesundheitlichen Gründen auf, “Samstag” behauptet “Die Harke”, ein Blättchen aus der Provinz. Was ein bedauerlicher Verlust für den Bundestag wäre, entwickelt sich für Sebastian Edathy, “um den es still seither wurde” zu einem Albtraum. Man fragt sich natürlich, was zwischen dem Rücktritt vom Mandat am Freitag, der Bekanntgabe dessen am Samstag und dem Artikel vom Montag noch hätte passieren müssen, um die Behauptung, es sei ruhig um Edathy geworden entgegen zu wirken. Aber das ist eine nebensächliche Frage, viel wesentlicher ist die: Was hatte die Presse auf dem Privatgelände von Herrn Edathy zu suchen? Das die Presse bei der Durchsuchung privaten Wohnung ehemaliger Mitglieder des Bundestages und deren Abgeordnetenbüros zugegen ist, ist schon mal befremdlich. Noch schlimmer: Das die zuständige Pressesprecherin und Staatsanwältin in der Sache sagt das sie zugleich der veröffentlichten Meinung keine Auskunft geben dürfe, weil ihr Chef nicht erreichbar sei. Es ist unwahrscheinlich das Staatsanwaltschaft oder Polizei von den Aufnahmen nichts mitbekommen haben, wird in der Bildunterschrift aus den privaten Räumlichkeiten von Herrn Edathy sogar erwähnt, das die im Bild zu sehende Person ein Polizist sei. Doch es kommt natürlich noch schlimmer.

Mit Bildern aus dem worauf nicht einmal die Polizei mit ihren Trojanern formal zugreifen dürfte, macht die Lokalzeitung “Die Harke” gerade Auflage, also auch Kasse. Auf der Titelseite, Titelseite füllend. Mit den Worten „dann mit Schwung drauf“ wird “aus Kreisen der Landes-SPD” zitiert, die am Abend des selben Montag tagte. Und mit dem selben Duktus ist der restliche Artikel verfasst und lässt es weder an Unkenntnis journalistischen Gepflogenheiten noch an Meinung mangeln. Zweifel wird auch nicht am Verdacht gelassen, selbst wenn sich die ansonsten nicht sehr öffentlichkeitsscheuen Staatsanwaltschaften immerhin mit Vorverurteilungen zurück hält, wird doch daran wonach man auf der Suche war seitens “Die Harke” keinen Zweifel gelassen, indem man mit großen Genuss Funktionen der einzelnen befragten Personen bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft aufzählt:

  • »Oberstaatsanwalt Thomas Klinge erklärte (..) er sei nicht befugt, etwas über die Ermittlungsgründe zu sagen. Klinge leitet die Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltdarstellender, pornographischer oder sonst jugendgefährdender Schriften.«
  • Da auch bei der Polizei nichts zu laufenden Verfahren preis gegeben würde, reichert Die Harke die Geschichte mit einem pikanten Detail an: »Der Beamte in Rehburg seines Fachkommissariats I ermittelt auch in Sachen Sexualdelikte.«
  • Die auch von anderen Medien zitierte Staatsanwältin Kathrin Söfker
    hat nur zwei Schwerpunkte, und das Herr Edathy massenhaft Atommüll verklappt hat ist unwahrscheinlich. Es bleibt: sexuelle Gewalt.

Fasse zusammen: Das Blättchen “Die Harke” selbst lässt zwischen den Zeilen wenig Platz. Es ist direkt und indirekt die Schreibe vom Vorwurf des “Besitzes kinderpornografischen Materials”1, von “pornographischer Schrift”, “Sexualdelikten”, “sexueller Gewalt”. Es kommt aber zu keinem Zeitpunkt dazu das sich der Verfasser dabei ertappt fühlen müsste, Herrn Edathy den Vorwurf selbst zu machen.

Generell ging es mit dem Verfasser ziemlich durch. Verschiedene Indizien hierfür sind folgende Formulierungen:

  • “Es laufen Ermittlungen.”, aber “Es gelte die Unschuldsvermutung, hieß es aus Kreisen der Landes-SPD.” Nett, Edathy selbst reagierte darauf, in dem er die selbe Formulierung verwendete, als er deswegen bekannt gab das er Strafanzeige erstattet habe.
  • Und als ob das etwas ungewöhnliches sei wird erwähnt “gleichzeitig .. tauchten Beamte (im Abgeordnetenbüro) auf”. Natürlich wird in solche Fällen nicht nur die Wohnung, sondern auch das Büro durchsucht. Es ist ungefähr so sinnvoll zu erwähnen das man nicht nur in die obere, sondern auch in die untere Schublade des Schreibtisch gesehen hätte. Aber wie gleich erwähnt wird bei der Presse ja pro Zeile bezahlt, Fülltext, pHrasen und Phantasie folglich besonders belohnt.
  • Edathy ließ die Öffentlichkeit von seinem Rücktritt “mit dürren Worten wissen”, so als wären wortreiche Beiträge wie der vorliegende der Sache dienlicher.
  • Der “federführende Staatsanwalt mauert”, der “Oberstaatsanwalt ist nicht befugt”, die Pressesprecherin “schwieg”, weil “ihr Behördenleiter nicht erreichbar sei”2, der verantwortliche Polizist “muss sich bedeckt halten”, die Vorsitzende des Unterbezirks “lehnte jeden weiteren Kommentar ab”. Das alles sind dicht aufeinander folgende Zitate aus dem Artikel, die man auch in einem kurzen Satz hätte wiedergeben können, die hier aber Absätze einnehmen.
  • Das es “größerer Vorermittlungen bedarf” wird erwähnt, um zu belegen und zu beruhigen das Staatsanwaltschaft, Polizei, und nicht zuletzt Presse erst bei wirklich “brisanten” und stichhaltigen Vorwürfen den Schutz der Wohnung besudeln dürfen, und es scheint als wollte man damit die Öffentlichkeit beruhigen, den Leser in dem Fall, der sich schon von derlei Hausdurchsuchungen bedroht und zu Selbstanzeigen und der Vernichtung von Beweismitteln genötigt fühlt.
  • Welche »Medien spekulieren über Burn-Out.«? Verdächtige hätte ich da jedenfalls. Mit der im Kontext stehenden Behauptung jedenfalls, er sei davon enttäuscht gewesen trotz seines Engagement in den letzten 15 Jahren auch bei der letzten Kabinettsbildung nicht berücksichtigt worden zu sein, wird schon klar woher die Vorwürfe kommen, die hier so dankbar aufgegriffen wurden.

Es wirkt alles in allem so als würde extrem viel Dreck geworfen, damit am Ende wenigstens etwas hängen bleibt. Und so lang sich niemand zu “laufenden Verfahren” äußern will sind Spekulationen an der Tagesordnung. Sebastian Edathy nimmt in Echtzeit über ein soziales Netzwerk zu den Vorwürfen Stellung, früher hätten die Medien ihren Fragezeichenjournalismus bis zur Gegendarstellung fortführen können. Oder mit anderen Worten: Das stinkt zum Himmel. Sebastian Edathy hat sich als NSU-Ausschussvorsitzender im Bundestag gegen die Sicherheitsorgane des Staates gestellt. Er hat über Monate hinweg Staatsanwaltschaften, Bundes- und Länderpolizeien und -verfassungsschutzämter an den Pranger gestellt. Es war nur eine Frage der Zeit bis sich jemand bemüssigt fühlt ihm das mit gleicher Münze heim zu zahlen. Mit der Aufgabe seiner Immunität am vergangenen Freitag hat Edathy denjenigen Tür und Tor geöffnet, die sie am Montag ganz ohne dringenden Grund aufgebrochen haben. Und schlimmer noch: Mit dem Vorwurf der kinderpornographische Schriften erhebt der Staat und die veröffentlichte Meinung einen, der gleichzeitig eines der wichtigsten der rechten Szene ist, die mit Slogans wie “Todesstrafe für Kinderschänder” das emotional besetzte Thema abfischt. Sebastian Edathy ist gut beraten diese Gefährdungslage nicht zu vernachlässigen, im für ihn schlimmsten Fall bedarf es wegen haltloser Vorwürfe eines 24/7 Polizeischutz seiner Person.

  1. “aus Kreisen der Landes-SPD” []
  2. während allerdings eine solche Geschichte ausgerollt wird eher unwahrscheinlich, es darf eine Schutzbhauptung angenommen werden []

NSA, for no such allies

Februar 10th, 2014 | Udo

Egal wer euch etwas anderes erzählt: Die USA und ihre Verbündeten sind nicht unser Freund; im besten Fall waren sie es, und haben jetzt teils gemeinsame Interessen: Energiereserven ausbeuten, als Voraussetzung dessen muss man Diktaturen installieren, “Demokratien” errichten oder vernichten, wenn sich die Interessen nicht decken – jedenfalls ist das der schnellste aber kurzlebigste Weg daran. Das ist in Ordnung, dient es dem Erhalt der amerikanischen Ordnung. Allerdings handelt es sich dabei um eine Hegemonie; nicht ganz so letal für Unterlegene wie eine Diktatur, aber in ihrer Mitteln identisch. Und der Zweck darf in Demokratien alle Mittel um jeden Preis dienen. Vielmehr ist der moralisch Anspruch, den unser beider Staatsform hat, ein hoher, der sich noch beweisen muss, den wir uns vor nicht einmal hundert Jahren verpasst hat, und also in der Bewährung ist, er wird aber bereits als Maßstab an andere gescheiterte oder zum scheitern verurteilte Staaten angelegt. In diese Blaupause der demokratischen Grundordnung fügt die Administration der USA, namentlich die NSA gerade künstlich etwas ein, das nur ihren Interessen dient, nicht denen zu deren Zweck sie überhaupt geschaffen wurden. Versagt hatten die NSA und ihre Schwesterdienste zuletzte 9/11. Konsequenz daraus war mehr Dienste mit mehr Macht auszustatten. Macht, in Form intimster Details aus der Privatsphäre der Staatsoberhäupter und Staatsbürger destiliert in digitalen Akten über Alles und Jeden. So viel Macht das jeder der Dienste, NSA, Homeland Security, der CIA, etc. pp. heute mehr gesicherte Erkenntnisse über jeden einzelnen Verbündeten haben als in Zeiten des Kalten Kriegs über die Staaten des Ostblock: Hinter die Mauer musste man noch Agenten schicken, die in mühevoller Kleinarbeit akribisch Informationen aus ihren Opfer extrahierten, per Folter, Erpressung oder mit Koffern voller Geld. Die neue Blaupause der internationalen Staatengemeinschaft beinhaltet allerdings einen Generalschlüssel zur Waschsalon mit der Dreckwäsche, aus der früher alle mit weißer Weste und strahlendem Lächeln herausgetreten sind. Es geht nicht darum ob der Einzelne, ich, sie, du, er, sie oder es etwas zu verbergen hat: Jeder kennt jeden auf diesem Planeten, über sieben Ecken. Es genügt einer mit Dreckwäsche in der näheren Umgebung, oder mehr zweiten und dritten Grades. &raqquo;Ich habe nichts zu verbergen.« gilt nicht, wenn du kein asoziales Wesen ohne Bindungen bist. Das ich, sie, du, er, sie oder es »nichts zu verbergen hat» mag für sich stimmen, aber ich behaupte das die meisten Menschen mehr oder weniger finstre Geheimnisse mit sich tragen, die sie zu unterschiedlichsten Preisen gewillt sind zu verteidigen, und wer will ausschließen das nicht in seinem Umfeld jemand ist über den die USA und deren Verbündete, zu denen namentlich der 5 eyes ausschließlich englischsprachige Länder wirklich zählen, etwas über jemand im eigenen Umfeld herausfinden möchte. Wer Menschen kennt die Menschen kennen ist ein potentielles Ziel dieser Maschinerie, das sollte bei Betrachtung der schieren Masse der gesammelten Daten jedem klar sein.

Die USA und die EU haben viel gemeinsam, vor allem eine finstere Vergangenheit, aus der man kein Geheimnis machen kann: Genozid und massenhafte Zwangsarbeit gehören dazu, auf einen Weltkrieg hat man der Vernunft zu Gunsten oder wegen der geringen Erfolgsaussichten bisher verzichtet. Anstatt im Speckgürtel der EU mit “Fuck the EU” um Verbündete zu werben sollte man die EU als Freund statt offensichtlich als Feind begreifen. Es ist schade das die USA ihre wirtschaftliche Bedeutung verlieren und Made in Germany höchstens noch als “Made in the EU” eine Renaissance feiern könnte. Dem steht nur eines entgegen: Die zerstörerische Kraft eines Wirtschaftskriegs zwischen den beiden Staatenbünden, ausgelöst durch staatlich angeordnete Industriespionage. Es wirkt als wollte die USA mit ihren Mitteln und Wegen nur einen neuen Kalten Krieg entzünden. Und den können wir nur verlieren, also USA und EU. Das der Kommunismus gescheitert ist, ist historische Gewissenheit, das der Kapitalismus gewonnen habe nur ein fieses Gerücht. Das Modell der sozialen Marktwirtschaft ist eines das sich vor allem die ewigen Tellerwäscher in den USA mal ansehen und dann mit den Realitäten ihren Millionären, Milliardären und Billionären besprechen sollten.

Marius, eine dänische Giraffe, getötet im Zoo Kopenhagen im Namen des Artenschutz

Februar 9th, 2014 | Udo

Wieder ein Fall aus der Reihe “Tierschutz durch Tötung”, dieses Mal das Opfer: Marius, eine dänische Giraffe, getötet im Zoo Kopenhagen im Namen des Artenschutz. Das im Zoo viele Tiere sterben, deren Zeit normalerweise nicht vorüber wäre, ist nicht ungewöhnlich. Das eine Giraffe in einem Zoo, vor Publikum und der Kadaver im Anschluss an Raubtiere verfüttert wird schon1. Mir scheint sich allerdings die Debatte eher daran zu entzünden, das die Hinrichtung öffentlich stattfand, das ein gesundes Tier getötet wurde und das seine Überreste anderen Tieren zum Fraß vorgeworfen wurde. Das ist zwar auch ziemlich erschreckend. Dennoch glaube ich das, wenn man sich auf die Tötung einzelner, gezüchteter und in Gefangenschaft lebender Tiere konzentriert, der Massentierhaltung, der alltäglichen Jagd in unseren Breitengraden und der Ausrottung ganzer Spezies Tag für Tag nicht mehr den nötigen Raum für Empörung lässt.

Das ganze Bild der Maschinerie massenhafter Tötungen scheint mir sehr verzerrt. Und das nicht allein in Bezug auf Zoos, aber auch dort: Ob jetzt, wie in »Wir kaufen einen Zoo« die mögliche Liquidierung der Tiere als worst case scenario aber halbwegs realitätsnah in Aussicht gestellt wird, oder wie in anderen Filmen, die im Zoo und im Zirkus gedreht oder spielend animiert wurden: Die dramatische Geschichte mündet im Happy Ending, die ohnehin eher zurückhaltend gegängelten oder harmlos überzeichnet gequälten Tiere führen in der Mehrzahl im Anschluss an ihre 90+/- Minuten artwidriger Haltung ein anständiges Leben. So können die Eltern mit ihren Kindern nach Hause gehen ohne das sie verstört sind. Sie bringen ihren Kindern allerdings auch bei: Den Tieren geht es gar nicht so schlecht in ihrem Schicksal. Im schlimmsten Fall erwecken die Filme ja den Eindruck, die Tiere führten ein selbstbestimmtes oder gar zufriedenes Leben. In jedem Fall werden die Tiere als Individuen dargestellt, ihre Schicksale als Einzelfälle.

Als im letzten Jahr ein Video bekannt wurde, das einen Zirkusdirektor mit seiner Elefantendame beim Baden in einem See (oder ehrlicherweise: bei Tierquälerei) zusehen konnte, ging ein Ruck durch die deutsche Medienlandschaft. So kurz vor Weihnachten durfte das Bild, das so gern vom Zirkus mit seinen großen Artisten und kleinen Zoos gezeichnet wird, nicht getrübt werden und alle Medien bewerteten in vorauseilendem Gehorsam davon was auf dem Video zu sehen sei und warum der Protagonist, der ein bekannter Einzelfall sei, nun blühe.

Oder der für Artenschutz zuständige Amtslei(t,d)er im thüringischen Umweltministerium, der zu einer Konferenz zum Artenschutz aufbrach um sich nur ein paar Kilometer weiter vor einem soeben erlegten Leichnam eines Elefanten fotografieren zu lassen. Ob der Beamte dort auf Kosten seiner staatlichen Kostenstelle aufbrach oder nicht ist nicht gesichert, der zuständige Pressesprecher verkündigte noch bei Bekanntwerden reflexartig, das er sich nicht darum kümmere was die Kollegen in ihrer Freizeit machen. Der zeitliche Zusammenhang zu besagter Konferenz legte aber den begründeten Verdacht nah, das der Elefantenschützer und -jäger die Liquidierung seiner Schutzbefohlenen auch noch auf Staatskosten finanzierte. Wenig später nämlich, der Aufruhr hatte sich nicht wie erhofft gelegt, verkündete dann nicht mehr nur irgend ein Pressesprecher sonder der Minister: Strafversetzung des Beamten. Auch wieder ein Einzelfall, der mit der Versetzung, dem höchsten Strafmaß für beamtete Nichtsnutze geheilt sei.

Aber es sind keine Einzelfälle, sie sind systemisch. Und wenn es auch für die fehlende oder Doppelmoral kein Heilmittel gibt: ein Zirkus und ein Zoo kann verboten werden, dienen sie doch der Unterhaltung oder höchstens der Bildung durch Anschauung. Viel wichtiger ist der dritte und schon angedeutete Fall von Tierquälerei, der wir uns alle entziehen, teils indem wir nichts davon wissen wollen oder auf andere Lebensmittel ausweichen, sobald Skandale eine Tierart kurze Zeit für den Verzehr unmöglich machen: Ich schreibe von der Fleischeslust. Der Konsum von Fleisch war noch nie so ausgeprägt wie zu dieser Zeit. Und je mehr fertig zubereitet auf den Tisch kommt, umso entkoppelter ist der Mensch von der Produktion. Und kein Produktionsprozess erzeugt so viel Leid wie der von Fleisch, auch wenn die Fleischlobby zur Zeit viel Geld investiert das Gegenteil zu behaupten.

Der so stattgefundenen Entkopplung der Gesellschaft von den Prozessen sollte man beikommen, indem man die Gesellschaft an die Prozesse heranführt. Das kann freiwillige und über ökologischen Landbau geschehen, aber seien wir ehrlich: 1. Deutschland und Europa steht vor einem nie dagewesenen Wirtschaftskollaps, die Menschen werden nicht mehr sondern weniger Geld zur Verfügung haben um sich zu versorgen, und Biofleisch kostet eine Menge Geld. 2. sind freiwillige Angebote so gefragt wie kostenlose, nämlich höchstens dann wenn ein Mehrwert für den Rezipienten heraus springt. Wer Verständnis für die Produktionsprozesse erzeugten will, und nicht nur zum kurzfristigen Nachdenken über Massentierhaltung anregen, wer beim Konsumenten maßvollen Umgang mit einer lebenden Resource erwarten will, der muss sich damit abfinden das er den Konsumenten dem Prozess selbst zuführen muss. Analog zu den bevorstehenden Warnungen vor Raucherkrebs und wie im Nachgang zu apothekenpflichtigen Medikamenten würde ich Werbung für tierische Produkte mit Hinweisen zum Schicksal der dahinter stehenden Wirbeltiere versehen. Und zwar realistisch. Schüler würde ich, ab einem Altern in dem ihnen das zuzumuten ist, in die fleisch verarbeitende Industrie, so wie es üblich ist einen Zoo oder Ausbildungsbetriebe zu besuchen: als Anschauungsunterricht. Man kann nicht erwarten das jemand ein realistisches Gefühl für Tiere entwickelt, die für seinen Hunger sterben müssen, wenn die einzige Berührung mit Tieren Haustiere sind die Eltern irgendwann still und heimlich im Klo entsorgen, oder destrukturiert als Scheibe eines Burger oder Teil eines “Döner nur mit Fleisch”.

  1. Sekundärquellen Spiegel Online, Daily Mail []